Aktuelle Umfrage zum Schulstart

 

Fast zwei Drittel sehen Bio als festen Bestandteil gesunder Ernährung. Besonders beim Schulessen wird der Handlungsbedarf als hoch eingeschätzt.

Der Verein Zukunft:Essen und BIO AUSTRIA fordern daher zum Schulstart die konsequente Umsetzung des Aktionsplans für nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe-Kriterien) sowie ein bundesweit koordiniertes Aktionsprogramm für gesunde und leistbare Ernährung an österreichischen Schulen.

Die wichtigsten Fakten der repräsentativen Umfrage* auf einen Blick:

  • Massiver Meinungswandel: 65,4 % der Bevölkerung sehen Bio als Teil gesunder Ernährung (2022: 34,6 % – nahezu eine Verdopplung).

  • Fokus auf Kinder & Vulnerable: 77,1 % halten Bio für die Kinder-Ernährung für wichtig (+20 Prozentpunkte); 73,0 % bei kranken Menschen.

  • Hohe Akzeptanz für Wandel: 86,8 % können sich einen fleischfreien Tag/Woche vorstellen, 60,1 % befürworten regelmäßige Veggie-Tage in Kantinen.

  • Preis als Barriere: 71,2 % halten Bio für zu teuer, obwohl 60,6 % sich gerne überwiegend biologisch ernähren würden.

Die Ergebnisse der aktuellen repräsentativen Studie zeigen klar: Die österreichische Bevölkerung ist in Fragen der Ernährungstransformation deutlich weiter als die politischen Rahmenbedingungen. 80,8 % der Befragten betonen die Bedeutung der Bio-Landwirtschaft für Umwelt- und Klimaschutz, 71,5 % sind überzeugt, dass Bio-Lebensmittel gesünder sind.

Trotz des Wunsches nach mehr Nachhaltigkeit scheitert die Umsetzung im Alltag oft am Geldbörserl: 68,4 % (2022: 52 %) achten beim Einkauf primär auf den Preis. Hier sieht Zukunft:Essen eine zentrale Verantwortung beim Staat, insbesondere in Kindertagesstätten und Schulen.

Aktuell ist die Schulverpflegung weitgehend auf Ebene der Gemeinden organisiert. Dies führt in der Praxis zu massiven Qualitäts- und Preisunterschieden sowie fehlender finanzieller und fachlicher Unterstützung vor Ort.

„Was ein Kind isst, darf nicht davon abhängen, in welcher Gemeinde es zur Schule geht. Schulessen darf kein Wohnort-Lotto sein“, betont Andrea Vaz-König, Obfrau von Zukunft:Essen

Regierungsprogramm mit Umsetzungslücke

Zwar sieht das aktuelle Regierungsprogramm eine höhere Bio-Quote in der öffentlichen Beschaffung vor (mindestens 30 % ab 2025), allerdings hinkt die Umsetzung massiv hinterher. Für den Bereich der Schul- und Gemeinschaftsverpflegung fehlen verbindliche Vorgaben gänzlich.

„Wenn zwei Drittel der Bevölkerung Bio als Teil gesunder Ernährung sehen, dann sind 30 % Bio in der öffentlichen Beschaffung kein ambitioniertes Ziel mehr, sondern das Minimum. Es gibt bestehende Ziele – deren Umsetzung muss auch konsequent von der Politik gefordert und umgesetzt werden“, so Barbara Riegler, Obfrau von BIO AUSTRIA

Um gesunde und leistbare Ernährung für alle Kinder sicherzustellen, fordern Zukunft:Essen und BIO AUSTRIA:

  1. Bestehende Vorgaben umsetzen: Konsequente Umsetzung der naBe-Kriterien (mindestens 30 % Bio) in Kombination mit den Ernährungsempfehlungen des Gesundheitsministeriums in der Gemeinschaftsverpflegung.

  2. Soziale Absicherung & Finanzierung: Faire, bundesweit einheitliche Finanzierungsmodelle für bezahlbares und hochwertiges Schulessen.

  3. Transparenz durch Monitoring: Einführung eines verpflichtenden Rechnungs- und Monitoring-Systems mit jährlicher Berichterstattung über Fortschritte beim Bio-Anteil und der Ernährungsqualität.

 

*Studie: Ergebnisse aus der Studie von marketagent, Befragung Juli/August 2026 „Bio-Lebensmittel und Ernährung“ im Auftrag vom Verein Zukunft:Essen.

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Veröffentlicht am: 7. September 2026